Boll November 2017

Prime Tower Juni 2015

Analog Heat von Elektron


Heute mit dem ANALOG HEAT von Elektron gespielt. Habe verschiedene Quellen bearbeitet. Interessieren tun mich vor allen Dingen subtile Anreicherung mit harmonischen Verzerrungen bei einzelnen Sounds. Sowohl auf einem bereits obertonreichen Synth-Sound mit mässig schnellem Attack, als auch auf einer Bassdrum hinterlässt der HEAT sehr einfach und schnell seinen Imprint. Highpass Filter und Eq vermögen wahre Wunder zu bewirken. Obwohl für mich der EQ etwas undefiniert klingt in den Bässen und die Höhen wirken fahl. Aber ohne Zweifel die Sounds werden gross, zB mit dem Highpass und etwas Resonanz auf Bass oder Bassdrum. Mir gefallen dabei die Modi: Enhancement, Basic Boost und Saturation. Nach vielen Stunden und einer Session, die ins Nichts gelaufen ist, hinterlässt das Gerät einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen bin ich begeistert von der Einfachheit und den gleichzeitig grossen Möglichkeiten, doch zum anderen finde ich nicht, dass mir das Teil tonal wirklich etwas bringt. Ich habe gehofft, dass ANALOG HEAT einfach gross, creamy und reich klingen würde. Dabei muss es für mich nicht High-End sein. Mit den CV Inputs und den Envelope Follower, Lfo, dem Filter und EQ ist der ANALOG HEAT eigentlich eine Killer-Box.
Aber der Sound hat für mich bei allen Einstellungen etwas Dickes. Im Mix schlecht einzubetten. Das ist der eigentliche Grund, weshalb mir der ANALOG HEAT nicht wirklich gefällt. Und ein weiterer Minuspunkt: es gibt keinen Gain-Regler für das Eingangssignal. Es lässt sich zwar via Settings die "Input Sensitivity" einstellen, aber das finde ich etwas umständlich und unsexy, gerade bei einem analogen Verzerrer!
Ich bin sonst begeisterter Elektron Fan. Aber dieses Gerät überzeugt mich nicht.

11.08.2017 Nachtrag

Es hat mich irgendwie nicht losgelassen und ich habe gezweifelt, ob ich auch richtig getestet habe. Speziell die "Input Sensitivity". Also bin ich das Teil nochmal holen gegangen und habe abermals dieselbe Erfahrung machen müssen bei mir im Studio. Um es mal noch etwas anders zu formulieren: die Spanne zwischen angereichertem Signal bis zum Punkt an welchem sich das Signal anfängt aufzulösen und in eine deutliche Verzerrung übergeht, ist zu klein. Ich finde genau das ist der Witz an analogen Geräten, dass eben diese Spanne (Sweet Spot) möglichst gross und vielleicht sogar dehnbar ist. Leider ist das meiner Ansicht nach bei ANALOG HEAT nicht der Fall.