Analog Heat von Elektron


Heute mit dem ANALOG HEAT von Elektron gespielt. Habe verschiedene Quellen bearbeitet. Interessieren tun mich vor allen Dingen subtile Anreicherung mit harmonischen Verzerrungen bei einzelnen Sounds. Sowohl auf einem bereits obertonreichen Synth-Sound mit mässig schnellem Attack, als auch auf einer Bassdrum hinterlässt der HEAT sehr einfach und schnell seinen Imprint. Highpass Filter und Eq vermögen wahre Wunder zu bewirken. Obwohl für mich der EQ etwas undefiniert klingt in den Bässen und die Höhen wirken fahl. Aber ohne Zweifel die Sounds werden gross, zB mit dem Highpass und etwas Resonanz auf Bass oder Bassdrum. Mir gefallen dabei die Modi: Enhancement, Basic Boost und Saturation. Nach vielen Stunden und einer Session, die ins Nichts gelaufen ist, hinterlässt das Gerät einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen bin ich begeistert von der Einfachheit und den gleichzeitig grossen Möglichkeiten, doch zum anderen finde ich nicht, dass mir das Teil tonal wirklich etwas bringt. Ich habe gehofft, dass ANALOG HEAT einfach gross, creamy und reich klingen würde. Dabei muss es für mich nicht High-End sein. Mit den CV Inputs und den Envelope Follower, Lfo, dem Filter und EQ ist der ANALOG HEAT eigentlich eine Killer-Box.
Aber der Sound hat für mich bei allen Einstellungen etwas Dickes. Im Mix schlecht einzubetten. Das ist der eigentliche Grund, weshalb mir der ANALOG HEAT nicht wirklich gefällt. Und ein weiterer Minuspunkt: es gibt keinen Gain-Regler für das Eingangssignal. Es lässt sich zwar via Settings die "Input Sensitivity" einstellen, aber das finde ich etwas umständlich und unsexy, gerade bei einem analogen Verzerrer!
Ich bin sonst begeisterter Elektron Fan. Aber dieses Gerät überzeugt mich nicht.

11.08.2017 Nachtrag

Es hat mich irgendwie nicht losgelassen und ich habe gezweifelt, ob ich auch richtig getestet habe. Speziell die "Input Sensitivity". Also bin ich das Teil nochmal holen gegangen und habe abermals dieselbe Erfahrung machen müssen bei mir im Studio. Um es mal noch etwas anders zu formulieren: die Spanne zwischen angereichertem Signal bis zum Punkt an welchem sich das Signal anfängt aufzulösen und in eine deutliche Verzerrung übergeht, ist zu klein. Ich finde genau das ist der Witz an analogen Geräten, dass eben diese Spanne (Sweet Spot) möglichst gross und vielleicht sogar dehnbar ist. Leider ist das meiner Ansicht nach bei ANALOG HEAT nicht der Fall.

LOOP

Ich schreibe hier über Musik, die so klingt, als wolle sie nie aufhören. Es ist immer die Frage wo ein Loop beginnt, wo es aufhört. In vielen Stücken sind Töne in den Bassfrequenzen und auch die in den Höhen eher gleich (zB. im Techno), oder einander ähnlich und die Mitten in einem Musikstück bergen die Melodien oder die sich verändernden harmonischen Sequenzen. Schön ist hierbei eine Umkehrung. Oder einfach ein Gleichbleiben, ein scheinbar Unveränderliches, welches uns in den Bann zieht. Loops in der elektronischen Musik sind meine Leidenschaft. Die Möglichkeit sich zu verlieren in einem Klang, einem Stück, hängt stark mit der persönlichen Vorliebe für gewisse Sounds, dem Erkennen von besonderen Stimmungen ab. Wenn ich im Studio lange an einem Loop arbeite, kann es sein, dass sich mein Empfinden, mein Gehör dem Loop anpasst. Tage später mag ich unter Umständen denselben Loop nicht mehr hören. Ein Loop kann auch ein Einfrieren eines Moments bedeuten. Eine Stimmung eben. Interessant ist, wenn man beginnt verschiedene Loops nebeneinander zu hören. Wenn sich wiederholende Klänge übereinander schichten. Wo bleibt das Ohr hängen? An welchem der scheinbar sich gleichförmig fortbewegenden Klänge orientiert sich mein Gehör? Es gibt gewisse Frequenzen und Rhythmen die sicherlich besonders deutlich hervortreten und andere welche unsere spezielle Aufmerksamkeit brauchen. Ich setze voraus, dass sich jemand auf meine Musik einlassen will. Und dabei die Vielschichtigkeit der Loops auch dort sucht, wo sie nicht offensichtlich sind. Ich entdecke beim Komponieren wieder und wieder Zwischenräume und Stillstände im Fluss des Loops. Der Moment in der Musik ist ja ein eigentlicher Widersinn, denn Musik ist fliessend. Sie bewegt sich in der Zeit als eigene Grösse. Der Loop ist dabei so etwas wie eine Lupe. Eine Möglichkeit diesen Fluss zu verlangsamen, bis fast hin zum Stillstand. Das kann eine ausserordentlich starke Wirkung auf uns Menschen haben. Sicherlich ist nicht jeder Mensch empfänglich für eben dieses Phänomen. Diese (Zeit-)Lupe. Für mich ist sie das Tor zu einer anderen Welt, einer Welt, die ich fest in mein Herz geschlossen habe.